Letters 2 myself
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+++Updates: Neues Mainlay “I love walking in the rain” – 1 neuer Cutie “Maybe Forever” – Unter “Bekannte” eine neue “Enzo-seite” – mehrere neue Kurzgeschichten unter “fallen tears”+++
Sarah und Marion – allein in der Küche

Es ist Samstagabend, Sarah und Marion sind allein in der Küche der Seßlers und haben beschlossen einen Schneewittchenkuchen zu backen. Als erstes wollen sie den Vanillepudding zubereiten.
Marion wühlt in sämtlichen Schränken herum, findet allerdings keinen Pudding. Seufzend beschließen die beiden zu Sarah ‘rüberzugehen und welchen zu holen – barfuß.
Auf dem Weg zu Sarahs Haus liegen zermatschte Kirschen auf dem Gehsteig. Sarah zuckt zusammen und rennt auf die andere Straßenseite.
Sarah: “Matsch zieht meine Füße magisch an, ich sags dir. Weißt du noch, damals am Reiterhof?”
Marion, das Gesicht verziehend: “Die Pflaumen?”
Biede (besonders Sarah, die in gespieltem Schmerz das Gesicht verzeieht) erinnern sich mit grauen an die Sommerferien vor 4 Jahren zurück. Damals hatten die Mädchen beschlosssen, sich in ihrer freien Zeit abzuhärten. Sie waren barfuß durch allerlei… Sachen gegangen – dazu gehörten auch Pflaumen, die am Boden vor sich hionrotteten. Die Beiden hatten das gesumme und gebrumme in dem Obst nicht bemerkt und waren gedankenlos und naiv hindurch geschritten. Barfuß, natürlich.
Sarah, voller Selbstmittleid: “Und wen haben sie gestochen? Mich, natürlich.”
Die Beiden nähern sich jetzt langsam aber sicher Enzos Revier, in dem auch Sarah’s Haus befindet. Sarah starrt von bösen erinnerungen verfolgt vor sich hin. Naja – überallhin, nur nicht auf den Boden unter ihren Füßen.
Marion: “Achtung! Etz wärst fast reingelatscht.”
Verdattert senkt Sarah den Blick. Knapp einen Millimeter von ihren nackten Füßen entfernt, hatte ein Kotzehaufen die Frechheit sich dorthinzu….pflanzen.
Sarah, knurrend: “Immer ich…”
Marion: “Wer war das?”
Sarah, immer noch in Selbstmittleid versunken: “Keine Ahnung. Ich ned.”
Marion: “Jaja, des is mir schon klar. War des Enzo?”
Sarah hebt verdattert den Blick und sieht gerade nioch wie ein älterer Herr hinzter der Ecke verschwindet.
Sarah: “Ach, ich dachte du mienst die Kotze. Ich glaub des da grad war der Fachhochschullehrer. Ex-Fachhochschullehrer.”
Sarah und Marion quälen sich die drei Stufen zur Haustür der Muises hoch und drücken auf die Klingel. Eine vor sich hinschimpfende Frau Muise öffnet die Tür und starrt die Mädchen aus schmalen Augen an.
Sarah: “Mama, wir ham den Pudding vergessen.”
Frau Muise, zeternd: “Ich hab ihn euch doch hingelegt.”
Frau Muise verschwindet in der Küche und kommt mit einem Päckchen Vanillepudding zurück. Als sie es ihrer Tochter in die Hand drückt, fällt ihr Blick auf deren Füße.
Frau Muise, entsetzt: “Ja, spinnst den du? Du trägst mir ja den ganzen Dreck in die Wohnung!” Frau Muise sieht in gedanken ihre funkelnd saubere Küche vor sich – mit schwarzen, lehmigen Kängurufußabdrücken, die von ihrer Tochter stammen.
Sarah, besänftigender Tonfall, Dackelblick: “Mama, ich wasch mir die Füße, wenn ich heimkomm, versprochen…”
Frau Muise, schwach geworden:”Na gut, schauts, dassz weidakommts.”
Sie knallt den Mädchen die Tür vor der Nase zu.
Sarah, teuflisches Grinsen auf dem Gesicht: “Nicht. Ich wasch mir nicht die Füße.”
Marion bricht in ein wieherndes, grunzendes Lachen aus.
Die Beiden trotten wieder zu Seßlers zurück, machen dabei einen großen Bogen um Kotze und Kirschen.
Bei Seßlers angekommen wird der Pudding erfolgreich produziert, die Herdplatte ausgeschalten, der Topf beiseitegeschoben.
Marion beginnt mit der Frischhaltefolie zu kämpfen, die sie über den Puddingtopf spannen will. Entnervt legt sie das Knäul ihrer Mühe auf eine Herdplatte.
Marion: “Versuch du mal!”
Sarah nimmt die Packung mit der Folie und hält triumphierend eine Schere hoch und fängt damit an die Frischhaltefolie zu sezieren.
Marion, grinsend: “ooch, dass ist die Kindergartenschere, mit der kann man sich nicht schneiden.”
Sarah, frustriert: “Damit kann man auch keine Folie schneiden.”
Sie holt die nächste Schere hervor, trennt diesmal erfolgreich ein Stückchen Folie ab und spannt sie über den Topf.
Marion, entsetzt: “Scheiße.”
Sarah, erschrocken: “Was na?”
Marion, mit großen Augen: “SCHEIIIIISSE!”
Marion pflückt das Knäul ihrer Mühe von der Herdplatte. Es ist erheblich geschrumpft. Dabei verbrennt sie sich die Finger. Die Heiße Herdplatte ist jetzt von einer stinkenden Plastikschicht überzogen.
Sarah, genauso entsetzt: “Fuuuuck, FUUUCK!”
Marion holt einen Kuchenschaber hervor und beginnt gehetzt an der Herdplatte herumzuschaben. Das hilft allerdings nicht viel, denn der Schaber ist ebenfalls as Plastik. Jetzt ziert die Platte ach noch ein riesiger, blauer Fleck.
Marion: “Shit, sit, SHIT!!!!”
Sarah: “Nimm was anderes!”
Marion, gehetzt: “Ja was denn?”
Sarah, jetzt auch gehetzt: “Ja, keine Ahnung! Scheiße!”
Marion wrft den Schaber in eine Ecke und holt triumphierend den Käseschneider hervor, der nicht aus Plastik ist. Damit geht dann der größte Teil der Plastikschicht ab. Trotzdem stinkt es in der Küche bestialisch. Also wird die Lüftung eingeschaltet.
Sarah: “Okay, fangen wir mit dem Teig an.”
Marion, etwas ruhiger: “Ja, mach du, ich kümmer mich erstmal um den Pudding.”
Sarah mischt die Zutaten in eine Schüssel und fängt anzurühren.
Sarah, gestört grinsend und umherwankend: “Ey, des is ja voll die Musik.”
Sarah schlägt mit dem Rührer gegen die Schüssel und versucht sich im Beatboxen.
Marion bewegt sich ruckhaft zum Rythmus.
Sarah, wild herumwankend, was bei ihr “Tanzen” entspricht: “So, und jetzt noch mim Fuß den Takt klopfen!”
Die beiden albern noch eine Weile herum, dann ist der Pudding fertig, er wird in den Kühlschrank gestellt.
Marion holt den Zucker und schüttet aus versehen alles auf den Teig, was in dem Behälter ist. Sarah linst sie böse an.
Marion, verlegen kichernd: “Hupsi…”
Die Bieden löffeln nach und nach den Zucker wieder raus.
Marion, auf mitgenommenes *hust* Rezept linsend: “Was fehlt denn noch…? Ah! 300 ml Milch!”
Marion misst 300ml ab und schüttet sie in die Teigmasse, währenddessen schnuppert Sarah misstrauisch an den Eiern, es sind aber alle in Ordnung.
Der Teig wird auf das Backblech gegossen.
Marion, misstrauisch: “Sag mal, war der immer schon so flüssig?”
Sarah zuckt mit den Schultern.
Marion bekommt große Augen und rennt aus dem Zimmer.
Marion, kreischend und lachend zugleich: “ Scheiiiiiße, scheiße SCHEIIIIISSE!”
Sarah, verdattert weiterhin den flüsigen Teig auf das Blech batzend: “Was’n los?”
Marion, mit schriller Stimme, zwischen zwei Grunzern: “300 ml statt 100 ml. Scheeiiiiße!”
Sarah stimmt in das Geheul ein, fasst sich dann aber wieder: “Okay. Dann machen wir eben die dreifache Menge!”
Marion, skeptisch: “Mit drei Blechen, oda was?”
Sarah, herrausfordernder Blick: “Exakt.”
Marion, nickend: “Gut.”
Sarah kippt 500 gramm Mehl auf en Teig.
Marion, mit großen Augen: “Neun Eier.”
Sarah, verdattert: “Huh?”
Marion, entsetzt: “Wir brauchen neun Eier für die dreifache Menge.”
Sarah, checkts endlich: “Ach du scheiße…”
Marion. Mit einfältigem Blick:”Na gut. Dann machen wir eben die zweifache – äh – doppelte Menge.”
Sarah, in den Eierkarton linsend: “dann holen wir eben noch ein Ei für uns. Ey, des is genial. Für jede Familie einen Kuchen! Einen für die Seßlers, einen für die Muises!”
Beide fallen in ein irres Lachen ein.
Zurück beim Haus der Muises.
Sarah: “Mama, wir brauchen ein Ei und noch n bissl Kuchenglasur.”
Frau Muise, etwas verdattert: “Ein Ei, wieso ein Ei?”
Sarah, hastig: “Uns sind die Eier ausgegangen.”
Frau Muise verschwindet kopfschüttelnd in der Küche und kommt mit einem Ei und einer Packung Kuvertüre zurück.
Sarah, mit einem vielsagendem, spöttischem Blick zu Marion: “Achjaaa, und Milch brauchen wir auc noch. Uns fehlen glaub ich 300ml…”
Frau Muise, entsetzt: “Waaaaas? Milch auch noch?”
Sarah, kichernd: “Neee, lass mal, Mama…”
Zurück bei Seßlers wird das Mehr löffelweise aus der Schüssel entfernt, der Teig gemischt und aufs Blech gestrichen. Alles verläuft nach Plan. Das zweite Blech wird auch noch zubereitet, der Kuchen in den Ofen geschoben. 30 Minuten später fischen Sarah und Marion ein Prachtstück von Kuchen aus dem Ofen und tragen ihn auf den Balkon.
Dann lassen sie sich vor dem Fernseher nieder – der Kuchen muss abkühlen.
Bis zur Werbepause wird “Let’s Dance” angeglotzt (sich über Guildo und Motzi lustiggemacht). Dann wird die Buttercrème zubereitet.
Marion stellt dann fest, dass man ja auch die doppelte Menge Puddig brauct. Der Puddibng wird Problemlos vorbereitet und in den Kühlschrank geschmissen.
Dann wird wieder auf der Coutsch rumgegammelt, Marions Schwester Sophie kommt runter und schaut mit “Let’s Dance” an.
Darauf wird der Kuchen vom Balkon geholt und die Buttercrème darauf gebatzt.
Dann ist der Schokoguss an der Reihe.
Sophie füllt einen Topf mit Wasser – mit zu viel Wasser, wie sich herausstellt, und darauf kommt ein Schälchen gehackte Schokolade. Das heiße Wasser drängt sich in das Schälchen, die Schokolade wird zu einem zähen Brei. Fluchend wird eine neue Schale zubereitet.
Irgendwann um 12 Uhr Abends kommt sarah’s Vater daher, um sie abzuholen, der Kuchen ist noch nicht fertig.
Die Seßler-Eltern kommen im Schlafanzug nach unten und helfen den aufgeschmissenen Kids den Kuchen irgendwie Halbwegs hinzukriegen.
Das war der Backabend bei den Seßlers. Nur zur Info – der Kuchen ist gut geworden.